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Wenn der Schmerz im Mund beginnt – Lupus und meine Zahnbehandlung

Ich hätte nie gedacht, dass eine Autoimmunerkrankung wie Lupus auch meine Zähne so stark betreffen könnte. Aber genau das ist passiert.

Was anfangs wie eine leichte Zahnempfindlichkeit begann, entwickelte sich mit der Zeit zu einem ausgewachsenen Problem – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Die Zahnschmerzen wurden stärker, mein Zahnfleisch war ständig gereizt, und jeder Besuch beim Zahnarzt war mit Unsicherheit verbunden. Ich musste lernen, dass Lupus nicht an der Haut oder den Gelenken aufhört – sondern auch Mund und Zähne betrifft.

Lupus und die Zähne – was Betroffene wissen sollten Systemischer Lupus erythematodes (SLE) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die den gesamten Körper befallen kann – von der Haut bis zu den Organen. Was viele nicht wissen: Auch der Mundraum bleibt nicht verschont.


💧 1. Trockener Mund – mehr als nur unangenehm

Bei mir begann es mit ständigem Durst und einem pelzigen Gefühl im Mund. Später kam die Diagnose: Xerostomie – chronische Mundtrockenheit.

Wieso?

Lupus kann die Speicheldrüsen angreifen – besonders wenn das sogenannte Sjögren-Syndrom mit im Spiel ist. Außerdem fördern viele Medikamente gegen Lupus – wie Immunsuppressiva – die Trockenheit zusätzlich.
Speichel ist nicht nur wichtig fürs Sprechen und Schlucken – er schützt unsere Zähne vor Karies, Entzündungen und Bakterien. Ohne ihn ist unser Zahnschmelz schutzlos.

Warum ist das ein Problem?


🦷 2. Zahnfleischentzündungen und Parodontitis

Mit der Trockenheit kamen Zahnfleischbluten, ein ziehender Schmerz beim Zähneputzen und ein komisches Gefühl beim Kauen. Mein Zahnarzt sprach von beginnender Parodontitis – einer chronischen Entzündung des Zahnhalteapparats.

Lupus verstärkt Entzündungsprozesse im Körper – und damit auch im Zahnfleisch. Typische Anzeichen:

  • Blutendes Zahnfleisch beim Putzen

  • Rückgang des Zahnfleischs

  • Rötungen oder Schwellungen

  • Mundgeruch

Ein Teufelskreis: Entzündungen durch Lupus führen zu Parodontitis – und umgekehrt können Zahnentzündungen auch Lupus-Schübe verschärfen.


😖 3. Schmerzen und Mundgeschwüre

Während eines Schubs bekam ich oft Mundgeschwüre – kleine, schmerzhafte Stellen an Zunge, Gaumen oder Wangeninnenseite. Sie kommen und gehen plötzlich, sind manchmal winzig, manchmal großflächiger – aber immer unangenehm.

Auch mein Kiefer tat oft weh, besonders beim Kauen. Denn Lupus kann auch die Kiefergelenke angreifen.


💊 4. Medikamente und ihre Nebenwirkungen

Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird: Die Medikamente selbst. Kortison und Immunsuppressiva retten mir in schweren Phasen das Leben – aber sie haben ihren Preis:

  • Verzögerte Wundheilung nach Zahnbehandlungen

  • Höheres Infektionsrisiko (z. B. Pilzinfektionen im Mund)

  • Empfindlichkeit der Schleimhäute

Deshalb ist es extrem wichtig, dass der Zahnarzt über die Lupus-Diagnose und die Medikamente Bescheid weiß. Sonst können einfache Behandlungen schnell zu Komplikationen führen.


✅ Was mir geholfen hat – und dir vielleicht auch

Nach vielen Gesprächen mit Zahnärzten, Rheumatologen und Betroffenen habe ich ein paar Dinge gelernt, die wirklich helfen:

  • 🦷 Regelmäßige Zahnarztbesuche – nicht nur bei Problemen, sondern auch zur Vorbeugung (alle 3–6 Monate).

  • 🪥 Sanfte Zahnpflege – weiche Bürsten, fluoridhaltige Zahnpasta, Interdentalbürsten statt Zahnseide bei empfindlichem Zahnfleisch.

  • 💧 Künstlicher Speichel, Mundsprays oder zuckerfreie Kaugummis gegen die Trockenheit.

  • 🧴 Antibakterielle Mundspülungen – aber nur nach Rücksprache mit dem Zahnarzt.

  • 🍽️ Gesunde Ernährung – wenig Zucker, viel Wasser, gute Mundhygiene nach dem Essen.

  • 📋 Offene Kommunikation mit dem Zahnarzt – über Lupus, Medikamente, Schübe.


💬 Mein Fazit

Lupus betrifft mehr als nur Gelenke oder Haut – auch die Mundgesundheit ist Teil des Gesamtbilds. Ich habe lernen müssen, meine Zähne genauso ernst zu nehmen wie meine Organe oder das Immunsystem.

Es ist nicht immer leicht. Aber mit Geduld, Wissen und einem guten Team aus Ärzten und Zahnärzten kannst du deine Mundgesundheit in den Griff bekommen.

Denn am Ende gilt:
👉 Ein schmerzfreier Mund ist Lebensqualität.
👉 Ein gesundes Lächeln ist auch ein Zeichen von Stärke.


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